Zwei Männer, ein Zufall, ein Neuanfang – wie das Berufsförderungswerk Frankfurt zurück ins Leben hilft Meldung vom:
Es gibt Begegnungen, die man nicht planen kann – und die trotzdem alles verändern. Die Geschichte von Sascha und Stefan beginnt weit auseinander, mit zwei Männern, die an völlig unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben stehen. Und doch führt sie beide auf denselben Weg: ins Berufsförderungswerk Frankfurt (BFW).
Ein stabiles Leben bricht auseinander
Sascha war über 25 Jahre Groß– und Außenhandelskaufmann, am Ende sogar in der Geschäftsführung. Nach außen wirkte sein Leben stabil, erfolgreich, kontrolliert. Doch hinter dieser Fassade wuchs die innere Leere. Die Branche fühlte sich zunehmend falsch an, er empfand immer häufiger, dass er andere Menschen über den Tisch zog – ein Gefühl, das er irgendwann nicht mehr ertragen konnte. Parallel dazu stürzte sein privates Umfeld ein: eine Ehefrau, die erkrankte, er selbst mit körperlichen Einschränkungen kämpfen musste, Depressionen und weitere Tiefschläge führten dazu, dass an Arbeiten nicht mehr zu denken war. Nach längerer Krankheitsphase stelle er einen Antrag auf berufliche Rehabilitation. Ihm wurden Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsmarkt durch die Rentenversicherung genehmigt. So kam er schließlich zum Reha-Assessment ins Berufsförderungswerk Frankfurt. Dort wurde ihm klar, dass er einen Beruf braucht, den er nicht mit nach Hause nimmt – und dass er ein Talent für etwas hat, womit er privat noch kaum Berührungspunkte gehabt hatte: Die Informationstechnologie (IT).
Der Weg aus der kreativen Sackgasse
Stefan kam aus einer völlig anderen Ecke: Mediengestaltung, kreativer Kopf, bekannt für seinen Einsatz. Doch das toxische Klima in seinem Unternehmen ließ ihn innerlich langsam zerbrechen. Er rutschte in eine mittelschwere Depression, kämpfte mit den Folgen und wurde zeitweise sogar berufsunfähig eingestuft. Als man ihn in Maßnahmen drängte, die nicht zu ihm passten, kam er wütend, frustriert und enttäuscht im BFW an. Er wusste nicht, was er wollte – nur, was er nicht mehr konnte.
Der Beginn einer tiefen Freundschaft
Beide Männer trafen sich zufällig in derselben Qualifizierungsrichtung. Es war ein ungeplanter Schulterschluss zweier Menschen, die genau zur gleichen Zeit jemanden brauchten, der verstand, wie es sich anfühlt, wenn das Leben sich scheinbar gegen einen wendet. Diese Verbindung wurde zu ihrem größten Schatz, zu einer gegenseitigen Kraftquelle. Sie erkannten langsam, dass der Ort, an dem sie waren, vielleicht genau der war, an dem ihr Neubeginn möglich wurde.
Sascha kämpfte sich durch die Qualifizierung. Das erste Praktikum war ein Desaster – so schlecht, dass er nicht mehr wusste, ob er überhaupt in der IT bleiben wollte. Stefan war in dieser Zeit sein Halt. Er baute ihn auf, schob ihn weiter, glaubte an ihn, als Sascha selbst es nicht mehr tat. Stefan wiederum fand langsam zurück zu seinem Können, auch wenn der Weg von Startschwierigkeiten und Ausfällen geprägt war. Doch er blieb dran.
Die Chance beim Deutschen Wetterdienst (DWD)
Der entscheidende Moment kam, als Sascha sich beim DWD bewarb. Sein Ansprechpartner dort erkannte ihn als Mensch – nicht als Akte, nicht als Reha-Fall, sondern als jemanden mit Potenzial. Seine Projektarbeit für die IHK-Abschlussprüfung war so überzeugend, dass er ein Übernahmeangebot bekam. Diese Erfahrung – dass man wertgeschätzt wird – war für ihn überwältigend. Und er gab diese Chance weiter: Er überzeugte Stefan, sich ebenfalls zu bewerben. Stefan war zunächst zögerlich, weil alte Enttäuschungen ihn misstrauisch gemacht hatten. Doch dann brachte Sascha Stefan beim DWD ins Rennen. Kurz darauf bekam er die Möglichkeit das Arbeitsumfeld kennenzulernen. Er traf das Team, den Chef und merkte sofort: hier könnte ich wieder aufblühen. Seine anschließende Bewerbung war erfolgreich. Und es begann.
Heute arbeiten beide beim DWD. Sie erleben dort ein Arbeitsklima, das sie zuvor nicht kannten: Vertrauen, Fairness, Wertschätzung. Ein Team, das sie aufnimmt, ohne Vorbehalte. Sascha hat sein Selbstbewusstsein wiedergefunden, seine Identität, seinen Mut. Stefan hat einen Ort gefunden, an dem er Verantwortung tragen darf – und sich genau dabei lebendig fühlt. Beide sagen, dass sie zum ersten Mal seit vielen Jahren morgens aufstehen und sich auf den Tag freuen.
Was das BFW Frankfurt wirklich bedeutet
Die Geschichte der beiden zeigt, wie hilfreich das BFW Frankfurt ist. Es ist ein Ort, an dem Menschen die Chance bekommen, neu zu beginnen. Ein Ort, der Möglichkeiten öffnet, Perspektiven sichtbar macht und Wege ebnet, die man selbst vielleicht nicht mehr gesehen hätte. Manchmal braucht es nur ein Reha-Assessment, eine professionelle Begleitung, ein gutes Gespräch, konstruktive Anregungen – oder einfach jemanden, der zur richtigen Zeit an deiner Seite sitzt. Sascha und Stefan beweisen, dass ein Neuanfang immer möglich ist. Dass selbst in den dunkelsten Momenten eine Tür offenstehen kann. Und dass man niemals unterschätzen sollte, was passieren kann, wenn zwei Menschen sich zufällig begegnen – und gemeinsam beschließen, nicht aufzugeben.
