Wie betriebliche Phase und Integration in Corona Zeiten gelingen Meldung vom:
Berufliche Rehabilitation geht auch in Corona-Zeiten weiter. Alle Reha-Träger haben die Fortsetzung der Qualifizierung in veränderter Form am häuslichen Lernort nahtlos nach Untersagung des Präsenzbetriebes ermöglicht. Wie aktuell die betriebliche Phase oder die Vermittlung in Arbeit aussieht, berichtet Hilke Buer, Reha- und Integrationsmanagerin im BFW Frankfurt am Main.
Wie läuft derzeit die Betriebliche Phase für die Teilnehmer*innen?
Zu jeder Qualifizierung im BFW gehört eine mehrmonatige betriebliche Phase in einem Unternehmen. Das gilt natürlich unverändert weiter. Dass viele Unternehmen von Corona betroffen sind, Betriebe geschlossen waren oder auch noch geschlossen sind, merken wir natürlich. Dennoch können auch derzeit weiterhin Teilnehmer*innen ihre betriebliche Phase beginnen, etwa bei einem führenden Lebensmittelhändler, in der Verwaltung eines ambulanten Pflegedienstes oder auch im kaufmännischen Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung, um ein paar Beispiele zu nennen.
Wie gestaltet sich denn aktuell die Integration der BFW-Absolvent*innen in Arbeit?
Auch hier sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Unternehmen und die Beschäftigungssituation selbstredend spürbar. Immerhin gelang es im April, 40 % der Teilnehmer*innen unmittelbar am letzten Tag ihrer Qualifizierung erfolgreich zurück in den Arbeitsmarkt einzugliedern.
Berufliche Rehabilitation ist ja mehr als eine Qualifizierung. Wie kann man sich die Begleitung der Teilnehmer*innen vorstellen?
Interessanterweise ist der Kontakt zu den Teilnehmer*innen noch intensiver geworden. Denn Fragen können oft viel schneller geklärt und über das Telefon auch sehr einzelfallspezifisch beantwortet werden. In der Psychologischen Beratung finden derzeit alle Termine wie geplant statt – nur eben per Telefon.
Die Qualifizierung findet nun seit vier Wochen coronabedingt im Homeoffice der Teilnehmer*innen statt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Mit Corona hat das Thema E-Learning natürlich ungeheuer Fahrt aufgenommen. Fast alle Teilnehmer*innen sind inzwischen mit einem Laptop, im Einzelfall auch durch das BFW Frankfurt, ausgestattet, so dass Selbstlernphasen in Zusammenspiel mit einer engen persönlichen Begleitung durch die Ausbilder*innen per Telefon und Chat über das Lerntool Moodle erfolgen. Diese persönliche Begleitung ermöglicht zudem ein individuelles Coaching im Lernprozess – für einige Teilnehmer*innen sogar noch individueller als zuvor.
Wie geht es den Teilnehmer*innen insgesamt mit der Situation?
Wir stellen einen sehr gelassenen und durchweg pragmatischen Umgang mit der Pandemie und ihren Auswirkungen fest. Aber natürlich gibt es auch Teilnehmer*innen, die sich durch die Unsicherheiten der Situation sehr belastet fühlen. Für uns als Reha- und Integrationsmanager*innen ist es sehr wichtig, individuelle Lösungen für jeden einzelnen zu finden. Man kann fast sagen, dass die Individualisierung durch Corona noch einmal einen stärkeren Akzent bekommen hat.