Vom OP-Saal ins Medizincontrolling: Wie das Berufsförderungswerk Frankfurt einer Krankenschwester eine neue berufliche Heimat gab Meldung vom:

  • Stefanie Koch stehend an ihrem Schreibtisch, vor ihr zwei Monitore.

„Ich habe meinen Traumjob verloren – und einen neuen gefunden.“ So beschreibt eine ehemalige Krankenschwester ihren Weg zurück ins Berufsleben nach einem schweren gesundheitlichen Einschnitt. Heute arbeitet sie selbstbewusst im Medizincontrolling eines Krankenhauses – ein Erfolg, der ohne die Unterstützung des BFW Frankfurt nicht möglich gewesen wäre.

Der Wendepunkt: Wenn der Körper nicht mehr mitmacht

Lange Jahre war sie mit Leib und Seele Krankenschwester. Doch Rückenschmerzen, mehrere Bandscheibenoperationen – schließlich war klar: Der geliebte Beruf war nicht mehr auszuüben. Es folgte eine medizinische Reha – und danach die bittere Erkenntnis: Eine berufliche Neuorientierung war unumgänglich. „Ich war am Boden zerstört. Krankenschwester zu sein, war nie nur ein Job für mich. Es war meine Berufung.“

 

Ein neuer Anfang: Das BFW Frankfurt

Durch ihre Beraterin bei der Rentenversicherung erfuhr sie vom Berufsförderungswerk Frankfurt. Nach einem persönlichen Gespräch im Regionalcenter Kassel war für sie klar: Hier möchte ich mein neues Kapitel beginnen. Ein Reha-Assessment in Bad Vilbel wurde der erste Schritt. „Am ersten Tag war ich von den vielen Eindrücken erschlagen. Aber ich wurde Schritt für Schritt herangeführt. Diese 14 Tage waren anstrengend, aber sie haben mir Hoffnung gegeben – ich wurde gesehen, verstanden, respektiert.“

 

Von der Pflege zur Kauffrau im Gesundheitswesen

Ursprünglich war die Qualifizierung zur Kauffrau für Büromanagement geplant. Doch schon bald merkte sie: Das passt nicht. Die beruflichen Erfahrungen und das Wissen aus der Pflege wollten genutzt werden. Die Mitarbeiter des Regionalcenters bestärkten sie, eine Umschulung zur Kauffrau im Gesundheitswesen zu machen – eine Entscheidung, die alles veränderte. Die Reha-Vorbereitung war intensiv – fachlich, emotional, psychisch. „Man wird mit seinen Ängsten konfrontiert. Aber man wächst auch. Ich war so dankbar für diesen geschützten Raum.“ Während der Qualifizierung kam sie regelmäßig zum Stützunterricht ins Regionalcenter Kassel. „Diese Treffen waren Gold wert. Ich hatte immer Ansprechpartner, bekam Hilfe bei Prüfungsängsten und habe gelernt, an mich zu glauben.“ Und dieser Glaube zahlte sich aus: Sie bestand die Abschlussprüfung sogar mit Ehrung durch die Industrie- und Handelskammer und wurde vom Umschulungsbetrieb übernommen. Es folgt dann noch eine Fortbildung zur Kodierfachkraft.

 

Der neue Arbeitsalltag – und das neue Leben

Heute arbeitet sie im Hospital zum Heiligen Geist im Medizincontrolling. Sie vereint ihr pflegerisches Know-how mit kaufmännischem Wissen, hat zusätzlich das MD-Management übernommen – und liebt, was sie tut. „Ich habe Spaß an meiner Arbeit, ein tolles Team und entwickle mich ständig weiter. Langeweile? Gibt’s nicht.“ Auch privat hat sich viel verändert: Statt Schichtdiensten genießt sie jetzt geregelte Arbeitszeiten, Zeit für Sport und Tanz, ein deutlich gesunkenes Stresslevel – und eine neue Rollenverteilung in der Familie, die gemeinsam die Herausforderungen der Qualifizierungszeit gemeistert hat.

 

„Ich wusste nicht, was mir gefehlt hat – bis ich es gefunden habe“

Der Weg war nicht leicht – aber er hat sich gelohnt. Aus gesundheitlicher Krise, Unsicherheit und Angst wurde Selbstbewusstsein, Motivation und Erfolg. Eine neue berufliche Heimat, die auf alten Stärken aufbaut – und neuen Mut schenkt. „Ich habe gelernt, dass ich mehr kann, als ich dachte. Ich will weiterlernen. Und heute freue ich mich darauf.“

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