„Meine Welt war plötzlich eine andere – doch dann kam das BFW“ Meldung vom:

  • Ralf Stock sitzt in einem Büro an seinem Schreibtisch und lächelt in die Kamera.

Wenn Ralf Stock über seinen Weg zurück ins Arbeitsleben spricht, schwingen in jedem Satz Erfahrung, Demut – und tiefe Dankbarkeit mit. Über drei Jahrzehnte lang war der gelernte Energieelektroniker in der Industrie tätig, im Außendienst unterwegs, technikversiert, engagiert.

Ein Leben voller Verantwortung, Bewegung, Begegnung – bis der Schmerz kam. Und mit ihm die Wende. Doch was wie ein Ende erschien, wurde zu einer neuen Chance. Und das Berufsförderungswerk Frankfurt am Main spielte dabei eine entscheidende Rolle.

„Der Schmerz kam immer häufiger wie ein Stechen, ich wusste sofort: Das ist ernst.“

So beschreibt Ralf Stock den Moment, der alles veränderte. Es war im Juni 2021, als eine fortschreitende Arthrose im rechten Handgelenk ihn aus der Bahn warf. Mehrere Operationen, monatelange Physio, ein qualvoller Abschied vom geliebten Handwerk. „In dem Moment ist meine Welt zusammengebrochen. Was wird aus meiner Familie? Aus meinem Leben?“ Seine Stimme wird ruhig, fast besonnen, wenn er über die Zeit danach spricht – die Ungewissheit, die wiederholten Versuche beruflicher Wiedereingliederung, die Hoffnung, ob es doch noch irgendwie weitergeht. Doch es war bald klar: Eine Rückkehr in den alten Job war ausgeschlossen. „Ich habe so gerne in diesem Job gearbeitet. Das war nicht nur ein Beruf, das war mein Leben.“ Ein erster Lichtblick war dann der Antrag auf Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Es folgte die Empfehlung zur Umschulung über das Berufsförderungswerk Frankfurt am Main. Zunächst nur ein Wort, ein Ort, den Ralf Stock bis dato noch nicht kannte. Doch das änderte sich schnell.

„Das Assessment war für mich ein Wendepunkt. Ich habe mich das erste Mal wieder als Mensch mit Potential gefühlt – nicht als Belastung.“ Im BFW Frankfurt fand Ralf Stock nicht nur professionelle Beratung, sondern auch Gemeinschaft: Menschen, die ähnliche Geschichten, ähnliche Einbrüche in ihren Lebensabläufen hatten. Gemeinsam fanden sie neue Wege. Schnell wurde klar: Ralf Stock wollte sein bereits erworbenes Wissen weitergeben. Arbeitspädagoge – das war sein neues Ziel. Eine Perspektive, die Sinn ergab. „Ich wollte anderen so helfen, wie man mir geholfen hat.“ Die anschließende Qualifizierung im BFW war anspruchsvoll. Aber auch genau das, was er brauchte.

„Ich habe in diesen Monaten mehr gelernt als in mancher Ausbildung vorher.“ Für die Zeit der Ausbildung lebte er im Internat des BFW und nutzte das vielfältige Freizeitangebot: „Ich habe sogar zum ersten Mal in meinem Leben Yoga gemacht! Und es hat mir richtig gutgetan.“ Er erlebte eine Zeit, die ihm nicht nur beruflich, sondern auch persönlich viel zurückgab.

Die Abschlussprüfungen absolvierte er mit Bravour: Arbeitspädagoge, Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation für Ausbilderinnen und Ausbilder (ReZA), geprüfte Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) – alles im ersten Anlauf bestanden. Doch die ersehnte Stelle ließ auf sich warten. Bewerbungen, Absagen – bis er durch einen Bekannten von einem Projekt beim Vogelsbergkreis erfuhr. „Ich habe mich sofort beworben. Und plötzlich war ich mittendrin – durfte das Projekt TiGA -`Talente integrieren in Gesellschaft und Arbeit` sogar selbst mit aufbauen.“

Der Vogelsbergkreis ist heute nicht nur sein neuer Arbeitgeber, sondern auch ein echter Glücksfall: Mit über 1.000 Beschäftigten gehört er zu den größten und attraktivsten Arbeitgebern der Region. Eine Institution, die engagierten Menschen wie Ralf Stock eine sinnstiftende Aufgabe und langfristige Perspektive bietet. Heute begleitet er dort Menschen mit sprachlicher Barriere ins Berufsleben – mit Herz, Verstand und Erfahrung. „Genau das, was mir liegt. Ich bin Helfer durch und durch.“

„Ich habe mein Leben zurück – nur anders.“

Wenn Ralf Stock heute über seine Arbeit spricht, klingt Stolz mit. Aber auch Dankbarkeit. „Ohne das BFW wäre ich heute vermutlich arbeitslos, ausgebrannt und perspektivlos. Die Menschen dort haben mich ernst genommen, gefördert, gefordert und getragen.“ Sein Leben habe sich verändert – beruflich und privat. „Ich bin ruhiger geworden. Ich erkenne jetzt Dinge, die ich früher nicht gesehen habe. Ich bin wieder ganz bei mir.“ Seine Geschichte zeigt eindrucksvoll: Berufliche Neuorientierung kann gelingen – wenn Menschlichkeit, Kompetenz und Unterstützung zusammenkommen. Genau dafür steht das Berufsförderungswerk Frankfurt am Main.

Und Ralf Stock? Der sagt am Ende nur noch einen Satz – und der bleibt hängen:
„Ich habe das Beste aus einer Krise gemacht. Aber ohne die Hilfe des BFW – hätte ich es nicht geschafft.“

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