„Ich bin da angekommen, wo ich hinwollte.“ Meldung vom:
Wie Michael Stelzer-Möller nach sechs Bandscheibenvorfällen mit Unterstützung des Berufsförderungswerks (BFW) Frankfurt beruflich neu durchstartete.
Manchmal zwingt einen das Leben dazu, einen völlig neuen Weg einzuschlagen. Für Michael Stelzer-Möller begann dieser Wendepunkt nach Jahren im Kfz-Handwerk – und mit einer schmerzhaften Erkenntnis: Sein ursprünglicher Beruf war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machbar.
„Ich bin von klein auf mit Autos groß geworden“, erzählt er. Nach seiner Ausbildung arbeitete er im elterlichen Autohaus, machte den Meister und übernahm später Leitungsverantwortung in einem großen Reifenbetrieb. Doch der hohe körperliche Druck im Arbeitsalltag hinterließ Spuren. Schwere Reifen, Zeitdruck, hohe Quoten – irgendwann machte sein Rücken nicht mehr mit. Sechs Bandscheibenvorfälle später war klar: In seinen alten Beruf würde er nicht zurückkehren können.
Ein neuer Weg beginnt
Während einer medizinischen Rehabilitation wurde Michael auf die Möglichkeit einer beruflichen Rehabilitation aufmerksam gemacht. Ein entscheidender Moment, merkt er an: „Vorher wusste ich gar nicht, dass es so etwas wie berufliche Reha überhaupt gibt.“ Über die Deutsche Rentenversicherung kam er zum Berufsförderungswerk Frankfurt – zunächst ins Reha-Assessment, danach in die Reha-Vorbereitung.
Das Reha-Assessment diente dazu, gemeinsam herauszufinden, welche beruflichen Möglichkeiten trotz der gesundheitlichen Einschränkungen weiterhin bestehen. Dabei wurden unter anderem persönliche Interessen, Fähigkeiten, Belastbarkeit und mögliche neue Berufsperspektiven betrachtet. Michael beschreibt diese Phase rückblickend als anspruchsvoll, aber hilfreich: „Es war herausfordernd, aber gut.“
Im Anschluss begann die Reha-Vorbereitung. Dort wurden wichtige Grundlagen für die spätere Qualifizierung aufgefrischt. Besonders diese Vorbereitungsphase empfand Michael als wertvoll und sagt: „Mathe, Deutsch, EDV – alles wurde nochmal von Grund auf aufgebaut. Das war sinnvoll, um wieder ins Lernen reinzukommen.“ Gleichzeitig half ihm die Zeit dabei, neue Struktur und Selbstvertrauen für den weiteren beruflichen Weg zu gewinnen.
Qualifizierung mit Perspektive
Gemeinsam mit den Fachkräften im BFW entschied sich Michael für eine Umschulung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement. Eine Entscheidung, die sein Leben verändern sollte. „Die Qualifizierung war eine schöne Erfahrung und verdammt hilfreich.“ Besonders schätzt er die Unterstützung, die er im BFW erhalten hat – sowohl fachlich als auch menschlich: „Ich habe im Grunde nur gute Erfahrungen gemacht. Alle waren sehr hilfsbereit.“ Auch die Besonderen Hilfen begleiteten ihn durch einen schwierigen Lebensabschnitt. Dabei erhielt er nicht nur organisatorische Unterstützung, sondern auch persönliche und psychosoziale Begleitung. „Einfach mal reden zu können, hat gutgetan und ich fühlte mich dadurch sicher und gut aufgehoben.“ Und trotz aller Ernsthaftigkeit kam auch der Humor nicht zu kurz: „Wir haben auch viel Blödsinn gemacht“, sagt er lachend.
Vom Neustart zur Sinnstiftung
Nach seinem erfolgreichen Abschluss ging es für Michael direkt weiter: Zunächst arbeitete er im Bereich Digitalisierung beim Frankfurter Volks- Bau- und Sparverein Frankfurt am Main eG, später übernahm er verschiedene Rollen im IT-Support. Doch er wollte mehr als nur einen Job – er suchte eine Tätigkeit mit Sinn. Gefunden hat er diese heute beim Hessisches Polizeipräsidium für Technik (HPT), wo er seit August 2025 im Regionalen Benutzerservice (RBS) tätig ist. Gemeinsam mit seinem Team betreut er dort die IT-Infrastruktur des Hauses – von Hardware und Berechtigungen bis hin zum Support für die Mitarbeitenden. Sein Arbeitsbereich ist Teil des Innovation Hub 110, der als Digitalschmiede und IT-Dienstleister für die gesamte hessische Polizei fungiert. Dass ihm die Ausbildung im BFW den Weg dorthin geebnet hat, davon ist Michael überzeugt: „Das Wissen aus dem BFW hat im Bewerbungsgespräch durchaus überzeugt.“
Leben neu gewonnen
Nicht nur beruflich hat sich vieles verändert auch privat startete in ein völlig neues Kapitel. Wenn er heute auf seinen Weg zurückblickt, ist seine Antwort klar: „Mein Leben hat sich zu hundert Prozent verbessert.“ Vom körperlich belastenden Werkstattalltag über gesundheitliche Krisen bis hin zur erfüllenden Tätigkeit in einem hochmodernen IT-Umfeld – seine Geschichte zeigt, was berufliche Rehabilitation ermöglichen kann. Oder, wie Michael es selbst sagt: „Ich fühle mich respektiert, ich bin angekommen – und genau da, wo ich hinwollte.“
